abschiedstrauer.de

Zur Startseite

Fünf Seiten Ablauf

1 Grundsätzliches

2 Moderne Trauerfeier

3 Ablauf evangelisch

4 Ablauf katholisch

5 Freie Trauerfeier

Am Sterbebett

Traueranzeigen 1

Trauersprüche

Trauergespräch

Kinder dabei

Ablauf Trauerfeier 3

Feier mitgestalten

Musikalisches

Musik

Lieder / Gesang

Lesetexte zu Songs

Texte / Gebete

Ich gehe für immer

Du gingst fort

Ich tröste dich

Gedichte

Geschichten

Engeltexte

Bibellesung

Psalmtexte modern

Gebete

Fürbitten

Wünsche / Segen

LautsprecherTexte anhören

Am Grab

Reden / Symbole

Beileidsbekundung

Trauerreden

Symbole / Zeichen

Grafiksammlung

Engelkarten / Texte

Meditationen

Nachher / Erinnerung

Danksagungen

Totengedenken

Trauerartikel

Das Abschiedsbuch

Geschenkbücher

 

Ein Angebot von Dipl.-Päd. Pfr. Frank Maibaum  © 2010 www.frank-maibaum.de  /    Impressum  /  Urheberrecht

Ablauf einer evangelischen Bestattung mit Trauergottesdienst und Grablegung

Auf dieser Seite:

Überblick: Evangelischer Beerdigungsablauf

Ablauf mit Textbeispielen und Liedvorschlägen

Bedeutung der einzelnen Abschnitte (Elemente)

 

Verlaufsplan einer Bestattungsfeier der evangelischen Kirche

Der Ablauf


Hinweise


Glocken

Findet der Trauergottesdienst in der Friedhofskapelle statt und sind dort keine Glocken vorhanden so ist es an vielen Orten üblich, dass die Glocken der Gemeindekirche läuten.

Instrumentalstück

Traditionell erklingt zu Beginn die Kirchenorgel oder entsprechend der örtlichen Möglichkeiten ein ähnliches Instrument (Harmonium / Elektroorgel)

Bibelspruch

In der Lutherübersetzung / Bibelspruch kann auch erst der Begrüßung folgen

Liturgischer Gruß

Grußformel des Pfarrers mit Antwort durch die Trauergemeinde

Begrüßung und Einstimmung

Nennung des Anlasses (Abschied) und der verstorbenen Person

Lied

Kurzes, gemeinsam gesungenes Kirchenlied

Psalmtext oder Eingangsgebet

Traditionell steht hier ein Klagepsalm oder Hoffnungspsalm.

Biblische Lesung

Ein nichtbiblischer Text (Gedicht / Geschichte) ist hier möglich; dann folgt der Bibeltext im Rahmen der Predigt. Die Lesung kann von einer Person der Trauergemeinde vorgetragen werden.

Glaubensbekenntnis

Der christliche Glaube wird gemeinsam bekannt

Lied

Gemeindelied, d.h. gemeinsam gesungen

Predigt

Die Predigt bezieht die frohe Botschaft vom Leben und der Auferstehung Jesu Christi auf das Leben des Verstorbenen.

Lied oder Stille oder Musik

Die Predigt wirkt in einem Lied, in der Stille oder in der Instrumentalmusik nach.

Persönliches Gedenken

Nahestehende können persönliche Worte sprechen. Zeichen der Liebe und Erinnerung können zum Sarg bzw. zur Urne gebracht werden.

Fürbitten (Vaterunser)

Für den verstorbenen Menschen und die Hinterbliebenen wird gebetet. Trauernde können sich nach vorheriger Absprache beteiligen. / Findet die Trauerfeier keine Fortsetzung am Grab, so schließt sich das Vaterunser den Fürbitten an.

Abschluss

Abschließende Bemerkungen der Geistlichen

(Abschiedssegen für Verstorbenen und ggf. Abschlusssegen für Trauernde)

Falls nicht später am Grab: Der Verstorbene wird Gott anvertraut und die Trauergemeinde wird gesegnet. / Folgt die Beisetzung des Sarges bzw. der Urne, so entfällt dieses Element hier.

Musik / Glocken zum Auszug

Orgelmusik oder die Glocken erklingen zum Auszug

Sarggeleit / Urnengeleit zur Ruhestätte

Glocken begleiten mancherorts den Zug zur letzten Ruhestätte. / Verbleibt Sarg oder Urne in der Kirche bzw. Trauerhalle, so verlassen die Trauernden zur Ausgangsmusik oder zu den Glockenklängen den Raum.

Am Grab

Siehe dazu das Kapitel unter Nachher / Am Grab

 

Weiter: Ablauf mit Texten und Liedvorschlägen

 

 

Beispiel einer typisch evangelischen Bestattung / Beerdigung mit Texten, Gebeten, Liedern

Glocken

Die kleine Glocke der Friedhofskapelle wird zu Beginn des Trauergottesdienstes geläutet.

 

Instrumentalmusik

Sobald die Glocke ausgeklungen ist, setzt die Orgel ein. Johann Sebastian Bachs Air (2. Satz der Orchestersuite Nr. 3 D-Dur) wird von der Orgel intoniert. Hören Sie hier,  wie dieses Musikstück klingt:  > Lautsprecheryoutube

 

Bibelspruch

Gott erhellt mir meinen Weg; er sorgt dafür, dass ich sicher gehe; er ist mein Ziel, meine Geborgenheit, ich gehe ohne Furcht. (Psalm 27,1)

 

Liturgischer Gruß

Pfarrerin: Die Gnade unseres Herrn Jesus Christus und die Liebe Gottes und die Gemeinschaft des heiligen Geistes sei mit euch allen!

Gemeinde antwortet: und mit deinem Geist!

 

Begrüßung und Einstimmung

Pfarrerin begrüßt die Trauergemeinde mit freien Worten und nennt den Namen des Verstorbenen.

 

Gemeindelied

So nimm denn meine Hände (Evangelisches Gesangbuch Nr. 376)

1. So nimm denn meine Hände / und führe mich / bis an mein selig Ende / und ewiglich. / Ich mag allein nicht gehen, / nicht einen Schritt: / wo du wirst gehn und stehen, / da nimm mich mit.

2. In dein Erbarmen hülle / mein schwaches Herz / und mach es gänzlich stille / in Freud und Schmerz. / Lass ruhn zu deinen Füßen / dein armes Kind: / es will die Augen schließen / und glauben blind.

3. Wenn ich auch gleich nichts fühle / von deiner Macht, /du führst mich doch zum Ziele / auch durch die Nacht: / so nimm denn meine Hände / und führe mich / bis an mein selig Ende / und ewiglich!

 

Psalmtext oder Eingangsgebet

Hier ein Text nach Psalm 25 / © Frank Maibaum, Das Abschiedsbuch

Nach deiner Nähe, großer Gott, / sehne ich mich in meinem Schmerz. / Ich bitte dich, dass du mich hältst / wie jeden Menschen, / der dich ruft.

Leer ist meine Seele, / nur schreien kann sie noch nach dir. / So halte mich und lass nicht zu, / dass ich auch dich verlier.

Liegt da ein Weg vor mir? / Ich seh' ihn nicht! / Ich kann ihn nicht alleine geh'n! / So führe mich und stütze mich, / zeig mir ein Ziel und trag mich, / wenn es nötig wird.

Erbarmend zeige Zukunft mir, / obwohl von Jugend an ich immer wieder / dich vergaß und irrend eigene Wege ging, / vergib.

Einsam stehe ich vor dir, / elend, gebeugt ist mein Körper / vor Leid und Schmerz, / Kummer und Trauer raubten meine Sinne. / Ich kann nicht mehr!

Doch weiß ich wohl, / dass du mich siehst / und in die Enge meines Herzens / dein Erbarmen wirfst. / All meine Hoffnung ruht auf dir. / Mein großer Gott, / lass du nicht zu, dass ich auch dich verlier.

 

Bibellesung

Buch der Weisheit 3,1–5.9

© in einer Übertragung von Frank Maibaum

In Gottes Hand sind sicher die Seelen derer, die auf ihn vertrauen. Geborgen sind sie da, geschützt vor allem Leid.

Doch Unwissende erkennen nichts als Tod, wenn jemand von uns geht. Sie sehen Unglück und Vernichtung nur. Der Törichte weiß gar von Gottes Strafe nur zu reden. Das tut er selbst beim Tod derer, die auf Gott vertrauen und in Frieden gehen.

Sie starben doch voll Hoffnung auf Unsterblichkeit, so wird gering ihr Leiden sein, unendlich aber Seligkeit, denn Gott der Herr steht treu zu seinem Wort. Wer glaubend ihm verbunden ist, wird dort in seiner Liebe sein, nie ohne Gnade und Erbarmen – ewiglich.

Wer das nicht glaubt, sieht lediglich den Tod, welch armer Tor.

 

Glaubensbekenntnis

Die Trauergemeinde spricht gemeinsam das Apostolische Glaubensbekenntnis

Ich glaube an Gott, den Vater, den Allmächtigen, den Schöpfer des Himmels und der Erde,

und an Jesus Christus, seinen eingeborenen Sohn, unsern Herrn, empfangen durch den Heiligen Geist, geboren von der Jungfrau Maria, gelitten unter Pontius Pilatus, gekreuzigt, gestorben und begraben, hinabgestiegen in das Reich des Todes, am dritten Tage auferstanden von den Toten, aufgefahren in den Himmel; er sitzt zur rechten Gottes, des allmächtigen Vaters; von dort wird er kommen, zu richten die Lebenden und die Toten.

Ich glaube an den Heiligen Geist, die heilige christliche Kirche, Gemeinschaft der Heiligen, Vergebung der Sünden, Auferstehung der Toten und das ewige Leben. Amen.

 

Lied

Von guten Mächten wunderbar geborgen (Verse zwei, fünf und sieben), gesungen mit der Melodie von Siegfried Fietz (zu finden in den landeskirchlichen Teilen des Evangelischen Gesangbuchs)

2. Noch will das alte unsre Herzen quälen, / noch drückt uns böser Tage schwere Last. / Ach Herr, gib unsern aufgeschreckten Seelen / das Heil, für das du uns geschaffen hast.

5. Lass warm und hell die Kerzen heute flammen, / die du in unsre Dunkelheit gebracht, / führ, wenn es sein kann, wieder uns zusammen. / Wir wissen es, dein Licht scheint in der Nacht.

7. Von guten Mächten wunderbar geborgen, / erwarten wir getrost, was kommen mag. / Gott ist bei uns am Abend und am Morgen / und ganz gewiss an jedem neuen Tag.

 

Predigt

Lied oder Stille oder Musik

Die Stille kann durch Worte wie die folgenden (angeregt durch einen Text in Martin Luthers Bestattungsliturgie) eingeleitet werden :

In der Stille sind wir ihr noch einmal ganz nah./ Wen sie geliebt hat, der danke ihr in der Stille. / Wer ihr etwas schuldig geblieben ist an Liebe in Worten und Taten, bitte sie und Gott um Vergebung. / Wem sie etwas schuldig geblieben ist, verzeihe ihr. / Wenn sie jemandem wehgetan haben sollte, so vergebe er ihr. / Wer ihr kein liebes Wort mehr sagen konnte, tue es nun in Gedanken.

Ein Instrumentalstück kann die Stille ablösen oder ersetzen. Hier ist es Morgenstimmung von Edvard Grieg. Hören Sie es von Orgel gespielt > Orgelversion

Fürbitten

Vaterunser

Abschluss

 

Abschiedssegen / Schlusssegen

Als Einleitung zum Segen mit Blick zum Sarg liest eine Angehörige:

Tschüß, Bye bye, adieu, auf Wiedersehen!

Wir wissen nicht, wie die Ewigkeit ist, / doch wie du sie dir erträumst, so sei sie dir, / das wünschen wir.

Da sei die Sonne am frühen Morgen, / da seien Sterne in tiefer Nacht, da seien Berge, sie zu erklimmen / und ein Engel halte die Wacht!

Da sei der Blick übers weite Meer, / der warme Regen tue dir gut, / da seien auch Sturm und tosende Wogen, / aber ein Engel mache dir Mut!

Da sei das leuchten des Regenbogens, / da sei das Wandern übers weite Land / da sei das freundliche Winken der Fremden, / und ein Engel halte die Hand

Wir wissen nicht, wie die Ewigkeit ist, / doch wie du sie dir erträumst, so sei sie dir, / das wünschen wir.

Tschüß, Bye bye, adieu, auf Wiedersehen!

Die Pfarrerin schließt mit einem Schlusssegen

 

Musik / Glocken zum Auszug

Beim Verlassen der Trauerkapelle spielt die Orgel Ludwig van Beethoven: Mondschein-Sonate (1. Satz der Klaviersonate Nr. 14 op. 27 Nr. 2 in cis-Moll)  > hier auf youtube Lautsprecheranhören

 

Sarggeleit / Urnengeleit

Die Glocke der Friedhofskapelle begleitet die Trauergemeinde und den Sarg zu zur letzten Ruhestätte.

 

Am Grab

Siehe dazu Nachher / Am Grab

Weiter: Bedeutung der einzelnen Teile der evangelischen Bestattungsliturgie

 

 

Die inhaltliche Bedeutung der einzelnen Stücke der evangelischen Bestattungsfeier

Glocken

Glocken rufen zum Gottesdienst und läuten ihn ein (läuten also z.B. fünfzehn Minuten vorher und direkt zu Beginn).

Mancherorts erklingt eine Vaterunserglocke, während die Trauergemeinde das Vaterunser in der Kirche spricht. Vielerorts ist es Brauch, die Glocken zum Sarggeleit zu läuten, also während der Sarg bzw. die Urne zur letzten Ruhestätte begleitet wird. Ist am Friedhof keine Glocke vorhanden, so wird oft auch die Glocke der Gemeindekirche geläutet.

Ob Glocken im Rahmen der Beerdigungsfeier erklingen, wann sie geläutet werden, und welche Glocken zum Einsatz kommen, liegt an den örtlichen Gegebenheiten und ist zumeist in einer Läuteordnung der jeweiligen Kirchengemeinde festgelegt.

 

Instrumentalstück

Die Musik kann schon ca. fünf Minuten vor Beginn der Trauerfeier einsetzen. So werden die wartenden Trauergäste auf die Feier eingestimmt. Dies ist also der Ort für ein längeres Musikstück.

Ein Vokalstück (mit gesungenem Text) ist hier noch nicht angebracht. Ein Text leitet zu sehr die Gedanken der Trauergäste, die aber noch die Gelegenheit haben sollen, ihren Gedanken und Beobachtungen freien Lauf zu lassen.

In vielen Gemeinden wird Wert darauf gelegt, dass dieses Musikstück von der Orgel (gegebenenfalls elektronische Orgel) oder einem Harmonium, jedenfalls live mit einem Instrument gespielt wird.

 

Bibelspruch

Ein biblischer Text zeigt zu Beginn stellt die Trauerfeierlichkeiten unter das Angesicht Gottes.

Ein kurzer Text ist hier angebracht (also nur ein Spruch), der als Motto über der Trauerfeier steht und Trauer, Trost, Hoffnung ausspricht.

Ein Spruch, der im Leben des Verstorbenen Bedeutung erhielt, zeigt, dass dieses Bibelwort ihn / sie auch weiterhin begleitet. Der Taufspruch z.B. (oder der Trauspruch) ist also passend.

 

Begrüßung und Einführung

Die Begrüßung mit wenigen einführenden Worten geschieht durch Pfarrer bzw. Pfarrerin (oder einem anderen Leiter bzw. einer Leiterin der Trauerfeier).

Eine Person aus der Trauergemeinde kann sich durchaus schon hier mit einer kurzen Begrüßung an die Gäste wenden.

 

Eingangsgebet oder / und Psalm

Traditionell steht hier ein Psalm. Psalmen sind uralte Texte (weit älter als das Christentum), mit denen Menschen seit jeher ihre existentiellen Gefühle wie Angst, Schmerz, Hoffnung vor Gott ausdrücken. Ein Psalm schafft etwas Distanz, denn man hört auf die Klage bzw. den Lob und die Hoffnung die ein anderer Mensch ausdrückt.

Alte Übersetzungen passen durchaus in eine moderne Trauerfeier; doch auch moderne Psalmübertragungen, Psalmmeditationen oder Psalmvariationen sind angebracht. So sehr sich Psalmtexte dazu eignen, gemeinsam und im Wechsel gelesen zu werden, so sollte hier die Trauergemeinde noch nicht mitsprechen. Die Menschen sind noch dabei, anzukommen. An späterer Stelle kann ein Text gemeinsam oder im Wechsel gelesen werden.

Persönlicher ist ein Eingangsgebet, das anstelle des Psalms gesprochen werden kann. Das Gebet bietet die Möglichkeit, auf die spezielle Situation einzugehen. Mit diesem Gebet stellt man sich einfach vor Gott und sagt ihm, wie man sich fühlt (traurig, elend, verloren, einsam, hilflos) und warum man hier ist (zu trauern, zu klagen, Abschied zu nehmen, zu danken, zu hoffen).

Ein Dankgebet oder Bittgebet oder Rückblick auf das Leben sind hier noch nicht angebracht.

Ein kurzes Eingangsgebet und ein anschließender Psalmtext können sich ergänzen.

 

Gedicht oder Geschichte

Ein lyrischer Text (Gedicht) oder eine Geschichte kann gelesen werden. Gut, wenn dies jemand aus der Trauergemeinde übernimmt. Hier kann z.B. ein Kind ein einfaches, Hoffnung machendes Gedicht vortragen.

 

Gemeinsamer Gesang, Liedvortrag oder Instrumentalstück

Wenn möglich, so sollte zumindest an einer Stelle im Verlauf des Trauergottesdienstes gemeinsam ein Lied gesungen werden. Gemeindegesang lässt aufatmen, verbindet die Trauernden miteinander und zeigt, dass man beteiligt ist. Hier ist eine gute Stelle für das gemeinsame Singen. Geeignete Lieder finden Sie unter Lieder / Gesang

Alternativ zum Gemeindelied kann ein Lied vorgetragen oder vom Tonträger eingespielt werden. Dies sollte ein Lied sein, dass allgemein zu einer Trauerfeier passt,  noch kein spezielles Erinnerungslied. So haben die Gäste noch die Möglichkeit, allgemein über Trauer, Abschied, Trost und Hoffnung nachzusinnen. Einige werden an Trauersituationen und Abschiede denken, die sie bereits erlebt haben. Wurde zu Beginn des Trauergottesdienstes die Melodie eines bestimmten Liedes instrumental angehört, so kann hier die gesungene Version (Vokalfassung) desselben Liedes folgen.

Will man den Gesang oder den Liedvortrag erst an späterer Stelle einfügen, so kann hier ein  Instrumentalstück stehen, dass den Psalm, das Gedicht oder die Geschichte nachwirken lässt.

 

Bibellesung

Selbstverständlich gehört eine biblische Lesung in eine christliche, kirchliche, religiöse Trauerfeier. Gelesen werden kann ein passender Text aus dem Alten oder dem Neuen Testament.

Wird der Text nach der Lesung vom Pastor / der Pastorin / dem Priester in einer Ansprache inhaltlich ausgelegt, so wird er / sie gern den Text aussuchen. Auf Vorschläge durch die Hinterbliebenen werden erfahrene Geistliche gern eingehen.

 

Predigt

Man sollte einer Bibelstelle zutrauen, dass sie von sich aus (ohne zusätzliche Worte) ihre tröstende Kraft entfaltet. In einem modernen Bestattungsgottesdienst kann also durchaus auf eine Predigt verzichtet werden, zumal, wenn noch andere, aussagekräftige Texte gehört werden, wie Geschichte, Gedicht, Liedtexte.

Doch es ist durchaus gut, noch einige Augenblicke gemeinsam beim Bibeltext zu verweilen und seine Aussage auf das Leben der verstorbenen Person zu beziehen. Dies ist Aufgabe und Inhalt der Predigt.

Die Ansprache der Geistlichen ist aber auch der nicht berechenbare und empfindlichste Punkt im gesamten Beerdigungsablauf. Eine lange Homilie (Auslegung des Bibeltextes) oder eine Predigt, die über die Köpfe der Zuhörer hinweggeht, kann die ausgewogene Dynamik der gesamten Beerdigungsfeier zerstören. Bedenken Sie dies im Vorgespräch (Trauergespräch) gemeinsam mit dem Pfarrer / der Pfarrerin. Haben Sie keine Scheu davor, ggf. um den Verzicht einer Predigt zu bitten; die Geistlichen sind für Sie da, nicht umgekehrt.

Um Enttäuschungen vorzubeugen beachten Sie die Hinweise, die Sie hier auf der website unter Vorher / Trauergespräch.

 

Reden / Nachrufe

Kurze Trauerreden, Nachrufe können die Predigt ergänzen bzw. auch ersetzen.

Es ist ansprechend und bereichernd, wenn Trauernde an dieser Stelle kurz auf das Leben mit dem Verstorbenen zurückblicken und berichten, wie sie den Verlust empfinden. Das können (auch Kinder ab dem Vorschulalter tun.

Doch bedenken Sie: Eine Rede hat nur Sinn, wenn sie gut gehört und verstanden wird. Ein Trauerredner muss deutlich und laut sprechen. Sorgen Sie ggf. für eine Verstärkeranlage. Kinder sollten begleitet werden von jemandem,  der sie unterstützt, wenn sie stocken oder laut wiederholt bzw. zusammenfasst, was unverständlich ist.

 

Stille / Musik / Liedvortrag (Erinnerungslied)

Viele Textbeiträge sind nun vorausgegangen. Die Trauernden haben zugehört; nun sollte Stille folgen, Zeit für Besinnung und die eigenen Gedanken wandern zu lassen.

Die Stille kann in einen Liedvortrag übergehen; dass also ein Lied live gesungen vorgetragen oder vom Tonträger abgespielt wird. Doch achten Sie darauf, Musik aus der Konserve nicht mehrfach einzusetzen. Die Trauerfeier erhält sonst eine zu technische, unpersönliche Atmosphäre und die einzelnen Musikbeiträge verlieren ihr Gewicht. Es sollte im Verlauf der Feier nur ein Musikstück derart eingespielt werden. Das Instrumentalstück zu Beginn ist von dieser Zählung ausgenommen, die instrumentale Eingangsmusik kann zusätzlich eingespielt werden.

Soll ein Erinnerungslied erklingen, so ist jetzt dafür der richtige Zeitpunkt. Ein Erinnerungslied ist ein Lied, dass in besonderem Maße an die verstorbene Person erinnert. Es ist entweder ihr Lieblingslied oder ein Song bzw. eine Melodie, die man mit ihr verbindet. Das ist in seltenen Fällen ein Choral, Kirchenlied, Glaubenslied oder Song mit religiösem Inhalt. Das ist kein Problem, denn denn nicht darum geht es, sondern um die anerkennende, liebevolle Erinnerung und die Nähe, die das Musikstück zum Verstorbenen und unter den Trauernden erzeugt.

 

Gemeindegesang

Zusätzlich zum Erinnerungslied oder an dessen Stelle ist hier ein von der gesamten Trauergemeinde gesungenes Lied möglich.

Beachten Sie die Ausführungen zum gemeinsamen Gesang (weiter oben im Ablauf, vor der Bibellesung). Wurde bisher kein Lied gemeinsam gesungen, so sollte man es nun tun. Die Geistlichen helfen bei der Liedauswahl, damit ein Lied gefunden wird, dass von der Mehrheit der Trauergäste mitgesungen werden kann. Auch wissen die Pfarrer / Pfarrerinnen, wie man zum gemeinsamen singen motiviert.

 

Fürbitten  (Vaterunser)

Fürbitten dürfen in keinem christlichen Gottesdienst fehlen. Mit dem Herzen bei den Menschen zu sein, die unser Mitgefühl, unsere guten Gedanken, unser Gebet und schließlich unsere Hilfe brauchen, ist Kernpunkt christlicher Kultur. In den Fürbitten sprechen wir diese Nähe aus, indem wir für diese Menschen beten.

Beim Begräbnis sprechen wir aus, was wir für die verstorbene Person erbitten, für die Hinterbliebenen, die Trauernden und Menschen, die ähnlichen Trauersituationen sind. Wir beten auch für uns selbst und gegebenenfalls für Opfer aktueller Katastrophen, Kriege, Gewalttaten.

Da hier die Gebetsanliegen der Trauernden ausgesprochen werden, ist es sinnvoll, wenn diese sich am Gebet aktiv beteiligen. Suchen Sie als Trauernde Fürbitten mit aus, damit die Geistlichen sie für Sie lesen oder lesen Sie selbst im Wechsel mit dem Pastor bzw. der Pastorin einzelne Fürbitten.

Die Trauergemeinde kann in das Fürbittengebet auch einbezogen werden, indem sie gebeten wird, zwischen die einzelnen Fürbitten jeweils einen Satz zu sprechen oder zu singen. Ein häufiger Gebetsruf lautet: Herr, erbarme dich!

 

Gute Wünsche / Segenswünsche / Symbolische Abschiedshandlungen

Die Trauernden verabschieden die verstorbene Person mit guten Wünschen. Eine oder mehrere Personen sprechen diese Wünsche aus in Richtung Sarg oder Urne aus. Die guten Wünsche im Rahmen der Beerdigung ähneln sehr den Fürbitten sowie auch dem Segen. Während man die Fürbitten zu Gott spricht, wendet man sich mit dem Ich wünsche dir für deinen Weg ... dem Verstorbenen direkt zu. Den Segen spendet man im im Auftrag Gottes und sagt damit: Gott liebt dich und schenkt dir alles Gute; die Wünsche spricht man aus dem eignen Herzen und sagt somit Ich liebe dich, ich wünsche dir alles Gute.

Anstelle der laut vorgetragenen Wünsche (oder ergänzend zu diesen) können symbolische Handlungen stehen, mit denen man zeichenhaft Wünsche ausdrückt. So kann jeder Trauernde, dar mag, mit einem stillen Wunsch entweder die Hand auf den Sarg bzw. die Urne legen oder ein Teelichte entzünden und es auf oder neben den Sarg / die Urne stellen. Kinder können selbstgemalte Bilder oder eine Grußkarte mit hineingeschriebenem Wunsch zum Sarg bringen.

Ist der Sarg bzw. die Urne nicht dabei, so kann man die Wünsche zu einem Bild des Verstorbenen sprechen oder tragen.

 

Abschluss

Der Pfarrer / die Pfarrerin findet nun ein paar abschließende Worte. Falls man im Anschluss nicht gemeinsam den Sarg oder die Urne zur letzten Ruhestätte begleitet, gibt er / sie den Trauernden gute Wünsche mit auf den Weg.

Mitteilungen und Informationen zum weiteren Verlauf der Beerdigungszeremonie (Der Sarg bleibt stehen. / Wir begleiten die Urne zur letzten Ruhestätte) erden hier gegeben. Falls Angehörige zum Anschließenden Beerdigungskaffee einladen möchten, den Weg dorthin erklären müssen oder darum bitten, dass nichtmotorisierte Gäste mitgenommen werden, so tun sie das an dieser Stelle. Nach dem Schlusssegen / Abschiedssegen wird nichts mehr gesagt.

 

Abschiedssegen bzw. Schlusssegen

Diesen Segen zum Abschluss spricht der Geistliche / die Geistliche. Bleibt der Sarg / die Urne stehen stehen oder wird der Sarg zur Kremation abgeholt, so wird der Verstorbene mit einem Segen verabschiedet. Die Trauergäste werden in diesem Fall mit einem Abschiedssegen entlassen.

Doch auch, wenn die Trauergesellschaft den Verstorbenen noch zur letzten Ruhestätte begleitet, empfiehlt sich hier ein Schlusssegen (jedenfalls bei einer großen Beerdigungsgesellschaft) denn manche der Anwesenden werden nicht mit zum Grabstätte gehen.

Die Segensformel der Geistlichen kann durch Segensworte Trauernder eingeleitet werden. (Nicht, wenn vorher schon gute Wünsche ausgesprochen wurden; das wäre eine Dopplung.) Segensgedichte, lyrische Segensformulierungen, wie wir sie als irische Reisesegen kennen, sind gut geeignet.

Der Segen ist stets und grundsätzlich das letzte Wort, dass man hört, bevor man geht. Möchten Sie noch Informationen zum weiteren Verlauf der Bestattung geben, so tun Sie das vor dem Segen unter Abschluss.

 

Musik

Die abschließende Musik begleitet ggf. das Hinaustragen der Urne bzw. des Sarges und den Ausgang der Trauergäste. Hier sollte wieder ein längeres Instrumentalstück stehen, denn getextet wurde im Verlauf der Feier nun genug. So können die Gäste wieder ihren eigenen Gedanken Lauf lassen.

Steht an dieser Stelle noch ein Gesangsbeitrag, so sollte er ins instrumentale übergehen. Dann bleiben Sarg, Urne und Gäste zunächst noch stehen, der Gesang wird still angehört. Zu Ende des Gesangsvortrages setzt sich der Trauerzug in Bewegung.

 

Sarggeleit / Urnengeleit

Der Trauerzug zur letzten Ruhestätte geschieht nach regionaler, örtlicher Tradition, üblicherweise still dem Sarg folgend.

 

Am Grab

Siehe dazu das Kapitel Nachher / Am Grab

 

Das Abschiedsbuch

Der Bestattungsratgeber mit Erklärungen zum Ablauf und Lesungstexten, Gedichten, Geschichten und Sprüchen für die Gestaltung des Gottesdienstes.

Das Abschiedsbuch

Mehr Infos zum Buch

 

Bei amazon.de sehen Sie in einer Aufstellung die Bücher für die Gestaltung von Trauergottesdiensten.

Bücher zu:

Bestattung Beerdigung Beisetzung

 

Blicken Sie hier in diese Geschenkbücher zu Trauer, Abschied und Erinnerung:

Erinnerungen an einen lieben Menschen

Buch Erinnerungen

Wenn die Sonne untergeht

Wenn die Sonne untergeht

Verlier nicht den Mut

Verlier nicht den Mut

 

 

Zum Seitenanfang