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GEDENKEN / ERINNERN 4

Von uns gegangen, aber nicht vergessen
Das liebevolle Erinnern

Der traurige Tod eines Angehörigen ist eine von den größten Bedrückungen und Rückschlägen, die uns im Leben passieren können. Mit der Trauer durchleben wir eine eine schwierige, bedrückende Zeit. Da suchen wir nach Wegen, damit umzugehen und das Geschehene zu verarbeiten. Das gelingt jedem Menschen unterschiedlich. Früher sagte man, Trauernde sollten die verstorbene Person "loslassen" um den Trauerprozess möglichst schnell zu beenden; heute weiß man dagegen, dass es gut ist, einen Menschen, der gestorben ist, im Herzen und in aktiver Erinnerung zu behalten - so lange man möchte.

Einen verstorbenen Menschen im Herzen behalten - das bedeutet:

• ihm über die Grenze von Tod und Leben nahe zu bleiben

• bedeutende Erinnerungen wach zu halten

• ihn an Fest- und Feiertagen in Gedanken bei sich zu haben

• sich an besonderen Gedenktagen gemeinsam erinnern

 

Unsere geliebten Angehörigen in Erinnerung zu behalten ist höchst individuell

Grab mit Lichtern am Tag

Jeder Mensch wird unterschiedlich, in seiner Weise, mit der Erinnerung umgehen. Denn die jeweilige Lebenssituation ist unterschiedlich sowie die Beziehung, die man zum Verstorbenen hatte und noch hat. Früher hat man trauernde Hinterbliebene, die zu ihrem verstorbenen Partner oder Elternteil sprachen, mitleidig belächelt. Heute weiß man, wie gut es tut, die verstorbene Person nahe zu wissen, sie in Gedanken in das Leben einzubeziehen, bis die Nähe sich langsam, ohne Druck und Drängen, löst. Erinnerung tut dem Trauerprozess so gut!

 

Verschiedene Mittel und Wege der liebevollen Erinnerung

Die Erinnerung an einen verstorbenen Menschen wird man zum Teil ganz für sich pflegen, privat, intim. Doch es ist auch gut zu wissen, das man in der Trauer nicht allein ist. Man freut sich, wenn man weiß, dass auch Andere den gestorbenen Menschen nicht vergessen haben. Es ist gut, Wege der gemeinsamen Erinnerung zu pflegen.

Das Ableben der geliebten Person lässt sich oft mit etwas Vorlauf erahnen. Da kann man schon gemeinsam auf das Leben zurückblicken und "Erinnerungsstücke" sammeln und gestalten. Vielleicht bastelt man eine Collage gemeinsam, die dann als Erinnerung an der Wand hängen wird. Mit einem "Wanderer" kann man einen Wanderstock bekleben - Erinnerung an die Wege, die er erwanderte. Mit einer "Reiselustigen" kann man ein Album zusammenstellen mit Bildern der Orte, die sie besuchte. Mit Menschen, die die See lieben, kann man einen Leuchtturm bemalen. Gemeinsam etwas zu basteln ist auch für Kinder gut geeignet.

Vielleicht gibt es Videos, Tonaufnahmen und sicherlich Fotos, die ein Leben lang gesammelt wurden; aus ihnen wird eine Dokumentation des Lebens. Gegenstände kann man in einer "Erinnerungskiste" aufbewahren. Mit den gesammelten Fotos wird ein Fotoalbum erschaffen. Beim Zusammenstellen des Albums kann man schon auf den Lebensweg der Person zurückblicken und später lässt es beim Betrachten Erinnerungen wach werden.

TIPP: Während der Coronakrise fanden die Trauerfeiern und Beerdigungen nur im engsten Familienkreis statt. Besuchen Sie doch später, sobald es möglich ist, mit dem Fotoalbum mal die Nachbarn, mal den Freundeskreis, mal Verwandte, die nicht dabei sein konnten. Denn auch aus deren Leben ist der Mensch gegangen. Betrachten Sie dann gemeinsam die Aufnahmen. So können auch diese Personen Abschied nehmen

Ein jährlicher Tag des Gedenkens an die verstorbene Person kann zum festen Brauch werden. Das kann der Todestag sein oder der Geburtstags oder man nutzt offizielle Gedenktage wie Allerseelen bzw. Totensonntag / Ewigkeitssonntag. Vielleicht trifft man sich dazu bei der Familie des Verstorbenen oder auf dem Friedhof. Die Hinterbliebenen laden dazu jeweils ein.

Grab mit Lichtern in der Nacht

Beispiel: Eine Familie, deren Tochter als Sechzehnjährige verstarb, lädt jeweils am Todestag die Nachbarn und den Freundeskreis der Verstorbenen zu einem stillen Gedenken am Grab ein. Die Einladung ist verbunden mit dem Wunsch, ein Licht mitzubringen (Kerze bzw. Teelicht). Die Lichter werden am Grab entzündet und abgestellt. Ein solches Gedenken unter der Überschrift "Ein Licht für ..." kann im Hellen aber auch im Dunklen stattfinden (dann wirken die Lichter besonders beeindruckend). Siehe die beiden Fotos auf dieser Seite.

Der Trauerprozess ist ein wichtiger Abschnitt nach dem Tod eines Menschen, mit dem man im Leben verbunden war. Gut, wenn man der Trauer Zeit lässt; sie lässt sich nicht beschleunigen, nicht unterdrücken. Sie geht ihren Weg. Rituale der Erinnerung sind heilsame Momente auf dem Weg der Trauer.

Fotos: Frank Maibaum "Ein Licht für ..."

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