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Der Pfarrer und Autor Frank Maibaum schrieb diese Trostgeschichte als Fortsetzung zum kleinen Prinzen des Antoine de Saint-Exupéry. Sie finden sie nicht im Buch "Der kleine Prinz" sondern in F. Maibaum, "Liebe wird sein, Liebe, was sonst!"

Der Dank bleibt

Der ewig kleine Prinz setzt sich gern zu Menschen auf die Bank im Park. Da begegnet er denen, die innehalten, sich besinnen, ausspannen, zurück schauen oder in die Zukunft blicken und sich zumeist einlassen auf ein Gespräch mit ihm.

„Wir sind zusammen alt geworden,“ sagte eine Frau.

„Sehr alt,“ ergänzte der Mann an ihrer Seite, „aber wir sind dankbar und glücklich, immer noch glücklich."

„Gern lerne ich etwas über das Glücklichsein,“ sagte der ewig kleine Prinz. „Ich habe schon viel gelernt über Traurigkeit, über Sorge und Not, wenig über das Glück. Ich spüre es, ihr lebt glücklich miteinander, ihr strahlt es aus. Sicherlich ist euer Zusammenleben geprägt von Harmonie, habt euch nie gestritten.“

„Nie gestritten?“, wiederholt der Mann, „wir ...“

„Sehr oft,“ fiel ihm die Frau ins Wort. "Oh doch, wir haben immer wieder Meinungsverschiedenheiten ausgetragen. Dennoch blicken wir dankbar auf die gemeinsame Zeit zurück; wir sind glücklich“

„Dankbar seid ihr, weil ihr sicherlich viel Glück hattet. Ihr bliebt verschont von Krankheit und Schmerz, von Trauer und von Rückschlägen“, sagt der kleine Prinz, „das erklärt eure Zufriedenheit.“

„Krankheit, oh“, sagt der Mann, „davon können wir ein Lied singen, "und von Schmerzen“, ergänzt die Frau, „und von traurigen Zeiten.“

„Ich dachte, ihr seid so glücklich, weil euer Leben verschont war von Sorge und Not. Doch ihr habt alle Höhen und Tiefen eines Menschenlebens durchlebt“, sagte der kleine Prinz, „und doch sprecht ihr von Glück.“

„Wenn ich auf unser Leben zurück schaue“, sagte die Frau, „denke ich, wir sind noch heute so glücklich, weil wir stets dankbar waren, immer wieder dankbar.

„Bald wird einer von uns vorausgehen“, fügt der Mann an, „der andere wird dann allein auf dieser Bank sitzen und zurückblicken.“

„Das Glück wird dann wie weggeblasen sein“, sagte der kleine Prinz, „Schmerz wird die Herzen regieren.“

„Ja, wenn wir daran denken, kommt schon jetzt Traurigkeit auf. Doch die Dankbarkeit wird bleiben“, sagte die Frau, während sie sich eine Träne aus dem Auge wischte. „Die Trauer darf nicht den Dank erdrücken. Das wäre ungerecht den Menschen und dem Gott gegenüber, der uns so viel schenkte. Und so wird das Glück weiterhin in unseren Herzen sein, über das Leben hinaus.“

„Glück und Dankbarkeit gehören zusammen?“, fragte der kleine Prinz.

„Ich denke, Dankbarkeit ist ein wichtiger Schlüssel“, sagte der Mann. „Glücklich kann nur sein, wer dankbar ist. Lässt du auch in schweren Zeiten Dankbarkeit in dein Herz, so wird das Glück nicht ganz erlöschen und es wird die Zeit kommen, da deine Seele wieder aufblüht.“

„Ich habe von euch zwei alten Menschen viel gelernt über das Glück der Menschen“, sagte der ewig kleine Prinz. Und er wiederholte, um es sich zu merken: „Glücklich kann nur sein, wer dankbar ist. Lässt du auch in schweren Zeiten Dankbarkeit in dein Herz, so wird das Glück nicht ganz erlöschen und es wird die Zeit kommen, da seine Seele wieder aufblüht.“

Text: Frank Maibaum / Aus seinem Buch:

Liebe wird sein, Liebe, was sonst!

 

Der Ewig Kleine Prinz:

1) Lebendige Liebe bleibt

2) Wie könnte ich dich vergessen

3) Für immer im Herzen

4) Glaube - weniger nicht

5) Auf das Herz hören

6) Doch der Dank bleibt

7) Trauer geht ihren Weg

8) Mit den Augen der Liebe

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Im Kapitel "Sprüche" finden Sie Texte und Sprüche zu Abschied und Trauer aus "Der kleine Prinz" von Antoine de Saint Exupéry gesammelt.