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Ablauf einer evangelischen Bestattung mit Trauergottesdienst und Grablegung

Hand zeigt nach links Links finden Sie auch die katholische und freie Trauerzeremonie!

Auf dieser Seite:

Überblick: Evangelischer Beerdigungsablauf
Ablauf mit Textbeispielen und Liedvorschlägen

Verlaufsplan einer Bestattungsfeier der evangelischen Kirche

Der Ablauf


Hinweise


Glocken

Findet der Trauergottesdienst in der Friedhofskapelle statt und sind dort keine Glocken vorhanden so ist es an vielen Orten üblich, dass die Glocken der Gemeindekirche läuten.

Instrumentalstück

Traditionell erklingt zu Beginn die Kirchenorgel oder entsprechend der örtlichen Möglichkeiten ein ähnliches Instrument (Harmonium / Elektroorgel)

Bibelspruch

In der Lutherübersetzung / Bibelspruch kann auch erst der Begrüßung folgen

Liturgischer Gruß

Grußformel des Pfarrers mit Antwort durch die Trauergemeinde

Begrüßung und Einstimmung

Nennung des Anlasses (Abschied) und der verstorbenen Person

Lied

Kurzes, gemeinsam gesungenes Kirchenlied

Psalmtext oder Eingangsgebet

Traditionell steht hier ein Klagepsalm oder Hoffnungspsalm.

Biblische Lesung

Ein nichtbiblischer Text (Gedicht / Geschichte) ist hier möglich; dann folgt der Bibeltext im Rahmen der Predigt. Die Lesung kann von einer Person der Trauergemeinde vorgetragen werden.

Glaubensbekenntnis

Der christliche Glaube wird gemeinsam bekannt

Lied

Gemeindelied, d.h. gemeinsam gesungen

Predigt

Die Predigt bezieht die frohe Botschaft vom Leben und der Auferstehung Jesu Christi auf das Leben des Verstorbenen.

Lied oder Stille oder Musik

Die Predigt wirkt in einem Lied, in der Stille oder in der Instrumentalmusik nach.

Persönliches Gedenken

Nahestehende können persönliche Worte sprechen. Zeichen der Liebe und Erinnerung können zum Sarg bzw. zur Urne gebracht werden.

Fürbitten (Vaterunser)

Für den verstorbenen Menschen und die Hinterbliebenen wird gebetet. Trauernde können sich nach vorheriger Absprache beteiligen. / Findet die Trauerfeier keine Fortsetzung am Grab, so schließt sich das Vaterunser den Fürbitten an.

Abschluss

Abschließende Bemerkungen der Geistlichen

(Abschiedssegen für Verstorbenen und ggf. Abschlusssegen für Trauernde)

Falls nicht später am Grab: Der Verstorbene wird Gott anvertraut und die Trauergemeinde wird gesegnet. / Folgt die Beisetzung des Sarges bzw. der Urne, so entfällt dieses Element hier.

Musik / Glocken zum Auszug

Orgelmusik oder die Glocken erklingen zum Auszug

Sarggeleit / Urnengeleit zur Ruhestätte

Glocken begleiten mancherorts den Zug zur letzten Ruhestätte. / Verbleibt Sarg oder Urne in der Kirche bzw. Trauerhalle, so verlassen die Trauernden zur Ausgangsmusik oder zu den Glockenklängen den Raum.

Am Grab

Siehe dazu das Kapitel unter Nachher / Am Grab

 

Weiter: Ablauf mit Texten und Liedvorschlägen

 

 

Beispiel einer typisch evangelischen Bestattung / Beerdigung mit Texten, Gebeten, Liedern

Glocken

Die kleine Glocke der Friedhofskapelle wird zu Beginn des Trauergottesdienstes geläutet.

 

Instrumentalmusik

Sobald die Glocke ausgeklungen ist, setzt die Orgel ein. Johann Sebastian Bachs Air (2. Satz der Orchestersuite Nr. 3 D-Dur) wird von der Orgel intoniert. Hören Sie hier,  wie dieses Musikstück klingt:

• Air von Bach anhören

 

Bibelspruch

Gott erhellt mir meinen Weg; er sorgt dafür, dass ich sicher gehe; er ist mein Ziel, meine Geborgenheit, ich gehe ohne Furcht. (Psalm 27,1)

 

Liturgischer Gruß

Pfarrerin: Die Gnade unseres Herrn Jesus Christus und die Liebe Gottes und die Gemeinschaft des heiligen Geistes sei mit euch allen!

Gemeinde antwortet: und mit deinem Geist!

 

Begrüßung und Einstimmung

Pfarrerin begrüßt die Trauergemeinde mit freien Worten und nennt den Namen des Verstorbenen.

 

Gemeindelied

So nimm denn meine Hände (Evangelisches Gesangbuch Nr. 376)

1. So nimm denn meine Hände / und führe mich / bis an mein selig Ende / und ewiglich. / Ich mag allein nicht gehen, / nicht einen Schritt: / wo du wirst gehn und stehen, / da nimm mich mit.

2. In dein Erbarmen hülle / mein schwaches Herz / und mach es gänzlich stille / in Freud und Schmerz. / Lass ruhn zu deinen Füßen / dein armes Kind: / es will die Augen schließen / und glauben blind.

3. Wenn ich auch gleich nichts fühle / von deiner Macht, /du führst mich doch zum Ziele / auch durch die Nacht: / so nimm denn meine Hände / und führe mich / bis an mein selig Ende / und ewiglich!

 

Psalmtext oder Eingangsgebet

Hier ein Text nach Psalm 25 / © Frank Maibaum, Das Abschiedsbuch

Nach deiner Nähe, großer Gott, / sehne ich mich in meinem Schmerz. / Ich bitte dich, dass du mich hältst / wie jeden Menschen, / der dich ruft.

Leer ist meine Seele, / nur schreien kann sie noch nach dir. / So halte mich und lass nicht zu, / dass ich auch dich verlier.

Liegt da ein Weg vor mir? / Ich seh' ihn nicht! / Ich kann ihn nicht alleine geh'n! / So führe mich und stütze mich, / zeig mir ein Ziel und trag mich, / wenn es nötig wird.

Erbarmend zeige Zukunft mir, / obwohl von Jugend an ich immer wieder / dich vergaß und irrend eigene Wege ging, / vergib.

Einsam stehe ich vor dir, / elend, gebeugt ist mein Körper / vor Leid und Schmerz, / Kummer und Trauer raubten meine Sinne. / Ich kann nicht mehr!

Doch weiß ich wohl, / dass du mich siehst / und in die Enge meines Herzens / dein Erbarmen wirfst. / All meine Hoffnung ruht auf dir. / Mein großer Gott, / lass du nicht zu, dass ich auch dich verlier.

 

Bibellesung

Buch der Weisheit 3,1–5.9

© in einer Übertragung von Frank Maibaum

In Gottes Hand sind sicher die Seelen derer, die auf ihn vertrauen. Geborgen sind sie da, geschützt vor allem Leid.

Doch Unwissende erkennen nichts als Tod, wenn jemand von uns geht. Sie sehen Unglück und Vernichtung nur. Der Törichte weiß gar von Gottes Strafe nur zu reden. Das tut er selbst beim Tod derer, die auf Gott vertrauen und in Frieden gehen.

Sie starben doch voll Hoffnung auf Unsterblichkeit, so wird gering ihr Leiden sein, unendlich aber Seligkeit, denn Gott der Herr steht treu zu seinem Wort. Wer glaubend ihm verbunden ist, wird dort in seiner Liebe sein, nie ohne Gnade und Erbarmen – ewiglich.

Wer das nicht glaubt, sieht lediglich den Tod, welch armer Tor.

 

Glaubensbekenntnis

Die Trauergemeinde spricht gemeinsam das Apostolische Glaubensbekenntnis

Ich glaube an Gott, den Vater, den Allmächtigen, den Schöpfer des Himmels und der Erde,

und an Jesus Christus, seinen eingeborenen Sohn, unsern Herrn, empfangen durch den Heiligen Geist, geboren von der Jungfrau Maria, gelitten unter Pontius Pilatus, gekreuzigt, gestorben und begraben, hinabgestiegen in das Reich des Todes, am dritten Tage auferstanden von den Toten, aufgefahren in den Himmel; er sitzt zur rechten Gottes, des allmächtigen Vaters; von dort wird er kommen, zu richten die Lebenden und die Toten.

Ich glaube an den Heiligen Geist, die heilige christliche Kirche, Gemeinschaft der Heiligen, Vergebung der Sünden, Auferstehung der Toten und das ewige Leben. Amen.

 

Lied

Von guten Mächten wunderbar geborgen (Verse zwei, fünf und sieben), gesungen mit der Melodie von Siegfried Fietz (zu finden in den landeskirchlichen Teilen des Evangelischen Gesangbuchs)

2. Noch will das alte unsre Herzen quälen, / noch drückt uns böser Tage schwere Last. / Ach Herr, gib unsern aufgeschreckten Seelen / das Heil, für das du uns geschaffen hast.

5. Lass warm und hell die Kerzen heute flammen, / die du in unsre Dunkelheit gebracht, / führ, wenn es sein kann, wieder uns zusammen. / Wir wissen es, dein Licht scheint in der Nacht.

7. Von guten Mächten wunderbar geborgen, / erwarten wir getrost, was kommen mag. / Gott ist bei uns am Abend und am Morgen / und ganz gewiss an jedem neuen Tag.

 

Predigt

Lied oder Stille oder Musik

Die Stille kann durch Worte wie die folgenden (angeregt durch einen Text in Martin Luthers Bestattungsliturgie) eingeleitet werden :

In der Stille sind wir ihr noch einmal ganz nah./ Wen sie geliebt hat, der danke ihr in der Stille. / Wer ihr etwas schuldig geblieben ist an Liebe in Worten und Taten, bitte sie und Gott um Vergebung. / Wem sie etwas schuldig geblieben ist, verzeihe ihr. / Wenn sie jemandem wehgetan haben sollte, so vergebe er ihr. / Wer ihr kein liebes Wort mehr sagen konnte, tue es nun in Gedanken.

Ein Instrumentalstück kann die Stille ablösen oder ersetzen. Hier ist es Morgenstimmung von Edvard Grieg. Hören Sie es von Orgel gespielt :

• Anhören Morgenstimmung - Orgelversion

 

Fürbitten

Vaterunser

Abschluss

 

Abschiedssegen / Schlusssegen

Als Einleitung zum Segen mit Blick zum Sarg liest eine Angehörige:

Tschüß, Bye bye, adieu, auf Wiedersehen!

Wir wissen nicht, wie die Ewigkeit ist, / doch wie du sie dir erträumst, so sei sie dir, / das wünschen wir.

Da sei die Sonne am frühen Morgen, / da seien Sterne in tiefer Nacht, da seien Berge, sie zu erklimmen / und ein Engel halte die Wacht!

Da sei der Blick übers weite Meer, / der warme Regen tue dir gut, / da seien auch Sturm und tosende Wogen, / aber ein Engel mache dir Mut!

Da sei das leuchten des Regenbogens, / da sei das Wandern übers weite Land / da sei das freundliche Winken der Fremden, / und ein Engel halte die Hand

Wir wissen nicht, wie die Ewigkeit ist, / doch wie du sie dir erträumst, so sei sie dir, / das wünschen wir.

Tschüß, Bye bye, adieu, auf Wiedersehen!

Die Pfarrerin schließt mit einem Schlusssegen

 

Musik / Glocken zum Auszug

Beim Verlassen der Trauerkapelle spielt die Orgel Ludwig van Beethoven: Mondschein-Sonate (1. Satz der Klaviersonate Nr. 14 op. 27 Nr. 2 in cis-Moll) 

• Mondscheinsonate- Anhören

 

Sarggeleit / Urnengeleit

Die Glocke der Friedhofskapelle begleitet die Trauergemeinde und den Sarg zu zur letzten Ruhestätte.

 

Am Grab

Mehr zum Ablauf von Trauerfeier / Beerdigung / Bestattung

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Grundsätzliches zum Ablauf

Moderne kirchliche Beerdigung

Ablauf Beerdigung evangelisch

Ablauf katholisch

Abschnitte christlicher Trauerliturgie

Freie Trauerfeier

 

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Mein Name ist Frank Maibaum.
Ich habe abschiedstrauer.de geschrieben und ins Netz gestellt.

Foto: Frank Maibaum

Damit Sie eine Trauerfeier gut planen können habe ich zusätzlich dieses Buch geschrieben - mit Ratschlägen und Lesetexten, Sprüchen, Liedvorschlägen, Abschiedsgeschichten u.v.m.

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