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Trauerfeier mitgestalten - Tipp 8

Eine kleine Rede halten

Die Traueransprache im Rahmen einer Begräbnisfeier kann man natürlich dem Trauerredner überlassen. Im Trauergottesdienst ist es üblich, dass die Pfarrerin, der Pastor oder Priester eine Rede (Trauerpredigt) hält. Ein besonders persönlicher Abschied ist es, wenn auch ein Angehöriger, eine Freundin oder eine Kollegin ein paar Worte sagen.

Sie bleibt in unseren Herzen

Das können Angehörige oder Freunde bei der Beerdigung sagen. Dies ist eine Vorlage für eine kurze Trauerrede. Als "Nachruf" können diese Sätze in der Kirche (zusätzlich zur Beerdigungspredigt) gelesen werden oder in der Trauerhalle oder als Grabrede direkt bevor der Sarg oder die Urne in die Erde gesenkt wird.

"Wir sind unsagbar traurig. V Sie fehlt uns so sehr! V Nichts mehr wird sein wie früher. Da wird immer eine Lücke bleiben, die sie bisher ausfüllte. V Mit ihr sind wir wunderbare Wege gegangen. Wir haben gelacht, gefeiert, gehofft. Mit ihr sind wir auch durch dunkle Gassen gegangen, haben gebangt, geweint, und doch wieder gehofft. V Wir weinen um sie und werden unsere Wege weitergehen. Sie ist nicht mehr da und ist doch ganz nah bei uns. V Denn sie wird ewig in unseren Gedanken, in unseren Erinnerungen und in unsere Herzen sein. Da hat sie nun einen Platz. V Wir werden sie nie vergessen, denn wir sind für immer dankbar, dass wir sie bei uns hatten."

Ein V zeigt, dass Sie  beim Lesen Pausen machen sollten, um kurz zu den Zuhörenden aufzusehen. Die Unterstreichungen zeigen, dass Sie einzelne Worte betonen sollten. Machen Sie sich selbst solche Markierungen in Ihrer Redevorlage, sodass es zu Ihrer Sprechweise passt.

In der Trauer sagen wir: Danke!

Das nächste Beispiel ist etwas länger und nicht so allgemein. Diese Worte passen, wenn eine Person beerdigt wird, die ein hohes Alter erreicht hat. Kinder oder Enkelkinder können diese Rede halten, wenn Vater bzw. Opa oder die Mutter bzw. Oma gestorben ist.

"Unser Leben währet 70 Jahre und wenn es hoch kommt, so sind es 80". So steht es in der Bibel. V Noch vor einigen Jahrzehnten wagte man kaum davon zu träumen, achtzig Jahre alt zu werden. Heutzutage rechnen wir kaum mit weniger, achtzig möchten wir auf alle Fälle werden. V Das durchschnittliche Lebensalter liegt allerdings darunter - bei Männern sowie bei Frauen. V Unsere Oma ist fast 90 geworden. V Über die Zahl ihrer Lebensjahre können wir uns also heute nicht beklagen, im Gegenteil: In unsere Trauer mischt sich großer Dank. V Wir sagen ganz laut DANKE. V Danke, dass sie so viele Jahre auf dieser Welt sein durfte. Danke sagen wir den Menschen, die in den letzten Jahren dafür gesorgt haben, dass sie trotz des hohen Alters und trotz der körperliche Schwächen einen so angenehmen Lebensabend hatte. V Danke sagen wir an erster Stelle ihr selbst, die als Mutter und Großmutter Leben schenkte; einige von uns wären nicht auf der Welt ohne sie. V Sie ist Teil unseres Lebens. Und so ist neben der Dankbarkeit auch tiefe Trauer in uns; wir sind unsagbar traurig, dass sie nun nicht mehr bei uns ist. V Wir rufen ihr über die Grenze von Leben und Tod hinaus noch drei Sätze zu: V »Danke für Alles!« V »Hab eine gute Reise in deine ewige Heimat!« V »In unseren Herzen wirst du immer bleiben!«."

Eine solche kleine Trauerrede kann auch im Anschluss an die Beisetzung gehalten werden, beim "Beerdigungskaffee".

Mehr Beispiele für Reden zur Beerdigung finden Sie im extra Kapitel:

Kapitel Trauerreden

 

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Einen Nachruf vortragen

Die beiden obigen Beispiele für eine kleine Trauerrede zeigen, dass man ein besonders enges Verhältnis zur verstorbenen Person hatte. So redet man als Familienmitglied oder enger Freund bzw. enge Freundin ist. Anders spricht man, wenn man keine enge, persönliche Beziehung zum Verstorbenen hatte. Formuliert und hält man einen Nachruf als Arbeitskollegin bzw. Vorgesetzte oder Vorsitzender eines Vereins einen Nachruf, so klingt dieser formeller:

Man sagt, seit wann man den Verstorbenen kennt und in welcher Beziehung man zum ihm steht und . Man skizziert den gemeinsamen Weg. Man hebt einige gemeinsame Erlebnisse hervor. Gut, wenn man als Beispiel Verhaltensweisen aufzeigen kann, die den Verstorbenen charakterisieren. Dabei darf man darf trotz des traurigen Anlasses gern auch etwas Lustiges erzählen. Zum Abschluss zeigt man auf, welche Lücke der Verstorbene hinterlassen wir, wo er fehlen wird.

Es ist hilfreich für die Formulierung des Nachrufs, sich folgende Fragen zu stellen In dieser Reihenfolge kann man dann die Abschnitte des Nachrufs aufschreiben:

  • Seit wann kenne ich ihn / sie?
  • Was haben wir gemeinsam getan / gearbeitet / erlebt?
  • Was war an an ihm / ihr charakteristisch, vielleicht einmalig?
  • Worüber hat er / sie sich besonders gefreut?
  • Was konnte er / sie nicht ausstehen?
  • Gibt es Situationen, die für ihn / sie typisch waren?
  • Was habe ich an ihm / ihr geschätzt?
  • Wo wird er / sie fehlen?

 

So trägt man die Trauerrede vor

Das sollten sie als "Trauerredner" beachten

Als Hinterbliebene (Angehöriger oder aus dem Freundeskreis oder Bekanntenkreis) sind Sie selbst Teil der Trauergemeinde. Sie sollten die Rede also nicht mit einer Anrede wie "Liebe Trauergemeinde" oder "Liebe Familie" oder oder ähnlich beginnen. Eine solche Anrede ist formell und unpersönlich; sie schafft Distanz und passt nicht zur Trauersituation, in der alle Anwesenden durch die Trauer miteinander verbunden sind.

Wenn Sie wissen, dass etliche der Zuhörenden Sie nicht kennen, so sagen Sie kurz, wer Sie sind. "Als Vorsitzender des Tennisvereins kenne ich ihn seit ..." / "Seit mehr als zwanzig Jahren ist sie Mitglied unserer Frauengemeinschaft und seit Jahren ist sie da meine Sitznachbarin." / "Als unmittelbarer Arbeitskollege am selben Arbeitsplatz waren wir nahezu täglich zusammen."

Lernen Sie die Rede nicht auswendig; lesen Sie sie vom Blatt ab! Zu ergreifend ist die Situation, als dass Sie frei reden sollten. Trotzdem ist eine Rede keine Lesung; sprechen Sie also langsam und betont und schauen Sie nach jeweils zwei oder drei Sätzen auf, um die Zuhörenden anzublicken. Es ist gut, dass dabei kleine Pausen entstehen.

In der Trauersituation ist man besonders aufgeregt, da kann es schnell passieren, dass man die Rede zu schnell und zu monoton liest. Damit Ihre Worte die Trauergemeinde wirklich erreichen, machen Sie kleine Pausen (jeweils von ca. einer Sekunde) und betonen Sie in jedem Satz ein bis zwei Worte. Markieren Sie in Ihrer Vorlage die Pausen (V) einige Worte, indem Sie sie unterstreichen. Machen Sie in Ihrer Redeniederschrift unbedingt solche Zeichen! Denn in der Redesituation vergessen Sie sonst die Pausen und Betonungen. In den beiden Musterreden haben wir dies beispielhaft getan - doch Ihre Redeweise wird sich davon unterscheiden, machen Sie also Ihre eigenen Markierungen.

Mehr Beispiele für Reden zur Beerdigung finden Sie im extra Kapitel:

Kapitel Trauerreden

 

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